Mis amigos ecuatorianos: Por favor no utilizan el traductor de Google para traducir mi blog, porque no quiero que tenemos malentiendos! Si quieren saber lo que escribo en mi blog, solo preguntan a mi! :)

Montag, 5. September 2016

Rückblickend: Meine Austauschorganisation YFU

Da jetzt für mich alles erst mal zu Ende ist, viele aber noch am Anfang stehen, und vielleicht von meinem Wissen und meinen Erfahrungen profitieren können, habe ich mich entschlossen, eine Reihe mit Tipps und Bewertungen zu machen. Los geht es, womit es auch für mich los ging: Die Wahl der Austauschorganisation.

Ich habe mich entschieden, mit YFU meinen Austausch zu machen, zum einen, weil ich ein paar Leute kannte, die mit YFU weg waren, und in einem Stück wieder gekommen sind, zum anderen hatte YFU mit die besten Preise, die ich durch Recherche im Internet finden konnte.

YFU Deutschland

Mit YFU Deutschland war ich im Grunde recht zufrieden, die Organization wirkte generell seriös und ich hatte den Eindruck, dass sie wissen was sie tun und dabei auch genug Erfahrung haben. Bei Fragen per E-Mail bekam ich immer innerhalb eines angemessenen Zeitraums Antwort. Außerdem wurde ich bei der Vorbereitungstagung echt gut auf das Jahr vorbereitet. Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, dass sie mit Informationen immer recht lange hinter dem Berg hielten, was manchmal recht nervig war. So kamen die Unterlagen zur Beantragung des Visums so spät, dass es ein Zittern wurde, ob ich es noch rechtzeitig bekommen würde. Am Ende ging aber dann doch alles gut aus.

YFU Ecuador

Bei YFU Ecuador sieht das schon etwas anders aus. Das ist quasi die Außenstelle von YFU vor Ort, mit Personal nur aus Ecuador. Die Organisation ist recht klein, sie besteht aus einer handvoll Leute im National Office in der Hauptstadt Quito, den Area Representatives, die am Wohnort der Austauschschüler stationiert sind und außerdem gibt es noch Voluntäre, ebenfalls Jugendliche, die einen Austausch hinter sich haben, die für Seminare zuständig sind und auch so ein offenes Ohr für einen haben. Fange ich einmal mit den positiven Punkten an: Unsere Ankunft war echt gut organisiert, wir wurden nett empfangen, dann in einem weiteren Seminar nochmal echt gut vorbereitet und die Weiterreise in unsere Städte lief auch so wie sie sollte. Nach dem Erdbeben wurde sich gut um uns gekümmert, wir wurden schnell aus dem Katastrophengebiet herausgeholt und bekamen schnell eine neue Gastfamilie. Kurz vor der Abreise nach Deutschland gab es noch ein zweitägiges Seminar, was ich allerdings als nicht auf dem selben hohen Niveau wie die anderen Seminare empfand. Ansonsten war ich generell mit der Arbeit des National Office recht zufrieden.

Jetzt kommt das 'aber': Aber mit der meines Area Representatives leider überhaupt nicht. Jedenfalls ab einem bestimmten Punkt nicht mehr. Eigentlich ist der Area Rep dazu da, dass er für Schüler und Familien ein offenes Ohr hat, man Vertrauen zu ihm aufbauen kann und er bei Problemen das bestmögliche tut, um sie zu lösen, sodass beide Seiten glücklich sind. Das tat er aber in meinem Fall ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr. Stattdessen verbot er mir und einer anderen Austauschschülerin in meiner Stadt, einen unserer besten Freunde zu sehen, ohne einen nachvollziehbaren Grund zu nennen ("Er ist Tänzer. Diese Tänzer sind schlechte Menschen"). Und wir hatten beide zu dem Zeitpunkt nicht so viele Freunde, dass ein guter Freund weniger verkraftbar war. Später nahm er die Entscheidung jedenfalls für mich dann zurück, als ich mich beim National Office beschwerte, beharrte aber darauf, dass er es nicht gerne sah, dass ich mich  mit dieser Gruppe Freunde traf und dass es nur okay war, solange meine Gastfamilie sich nicht darüber beschwerte. Außerdem ließ er mir ausrichten, dass es mir verboten war, an dieser Tanzgruppe teilzunehmen. Währenddessen saß die andere Austauschschülerin, die sowieso schon Probleme mit ihrer Gastfamilie hatte, fast eineinhalb Monate in Hausarrest todunglücklich zu Hause. Ob der Hausarrest vom Area Rep oder von der Gastmutter ausging, ließ sich nicht ganz klären (die Gastmutter war etwas, naja, eigen und recht locker, was es betraf, die Wahrheit zu ihrem Nutzen auszulegen). Aber auch wenn es nicht von ihm ausging, hätte er soetwas nicht tollerieren dürfen. Weiterhin bekam die Austauschschülerin zwei Warning letters (sowas wie Verweise) ohne überhaupt zu wissen, warum, und ohne absichtlich irgendwas falsch gemacht zu haben und der Area Rep drohte ihr, sie nach Hause zu schicken (was ab zwei Warning letters möglich ist) oder sie in eine andere Stadt, weit weg, zu schicken, weg von den Freunden, die ihm nicht in den Kram passten. Ich blieb zwar eher verschont, fühlte mich aber unterschwellig von ihm bedroht, sollte ich auch etwas tun, was ihm nicht passte und hing komplett von der Gnade meiner Gastfamilie ab. Dass er mit anderen Gastfamilien und mit meiner Gastmutter über mich zu reden schien, ohne aber jemals mich direkt anzusprechen, verstärkte mein Unbehagen nur noch mehr. Area Rep als Vertrauensperson - Fehlanzeige! Dass in der ganzen Sache ein großes Kommunikationsproblem vorlag,
zusammen mit einem Aufprall von zwei Kulturen, hochkochender Hysterie und sich verhärtenden Fronten, das erkannte sogar ich ziemlich bald, und ich bin echt kein Profi. Von jemandem, der das als Job macht, und außerdem jahrelange Erfahrung darin hat, hätte ich mir ein weitaus professionelleres Vorgehen erwartet, unabhängig davon, ob er mit seinen Aussagen Recht hatte und überhaupt das Recht hatte, so in unseren Austausch einzugreifen. Irgendwann legte sich das Drama dann doch, doch seitdem schienen wir beide aber in seine Ungnade gefallen zu sein und wurden bei anderen Problemen oder Fragen dementsprechend behandelt. (Anmerkung: Ich habe mich über das vorgefallene beim National Office beschwert, und angeblich soll, sobald es wieder Austauschschüler in der Stadt gibt, jemand anderes den Job machen. Probleme diesen Ausmaßes sind, nehme ich mal an, ein Einzelfall. Allerdings habe ich auch von Austauschschülern in anderen Städten gehört, die mit der Professionalität und der Zuverlässigkeit ihrer Area Reps unzufrieden waren.

Mein Fazit also:
YFU Deutschland - Top! Man muss sich nur manchmal etwas in Geduld üben. Mit YFU Ecuador kann man auch recht zufrieden sein, solange man seinen Area Rep nicht braucht. Falls doch und das mit ihm/ihr nicht hinhaut, ist mein Tipp, sich einfach gleich ans National Office zu wenden. Da sind die recht familiär und und herzlich und immer für die Probleme offen. Außerdem waren sie bei mir immer unbürokratisch über Whatsapp oder per Anruf erreichbar, falls es mal dringend war.

Mittwoch, 31. August 2016

Ich bin wieder da!

Ich weiß, dieser Post kommt etwas spät, etwas mehr zwei Monate zu spät um genau zu sein, aber besser spät als nie oder? :D

An meinem letzten Wochenende in Ecuador fuhr ich mit meiner Gastfamilie nach Santo Domingo, zum Bruder meiner Gastmutter, der mitten im Regenwald eine Finca (eine Art Bauernhof mit Ländereien) mit sehr luxuriösem Haus und einem Pool besitzt. Aus Anlass des Vatertages fand sich die ganze Familie mit allen Brüdern, Schwestern, Ehefrauen und -männern und Töchtern und Söhnen ein und am Abend wurde auf der geräumigen Terasse mit Ausblick auf die Wipfel des Regenwaldes noch einmal richtig gefeiert und getanzt! Nicht natürlich, ohne dass ich vorher die gesamten Ländereien gezeigt bekam - auf einem Quadbike, von meiner zwölfjährigen Gastcousine. So fand ich mich zwischen Kokos- und Bananenpalmen Abhänge rauf und runter rasend wieder (natürlich ohne Helm, in Flipflops und kurzer Hose), panisch schreiend und denkend, dass ich das Erdbeben nicht überlebt habe, nur um durch einen Quadbikeunfall, verursacht von einer Zwölfjährigen, zu sterben. Schließlich überlebte ich doch und in der Euphorie, nicht gestorben zu sein, ließ ich mich von meinem 20 jährigen Gastcousin überreden, noch eine Runde zu drehen. Und fand herraus, was wirklich schlimm war.

Nach dem kurzen Urlaub im Regenwaldparadis ging es nochmal für zwei Tage zurück in die Schule, wo am letzten Tag für meine Mitschülerinnen ein Traum wahr wurde - denn ich ließ sie meine Haare glätten und mich schminken. Dann machten wir ein paar Fotos, sagten unsere Abschiedsworte und irgendwann ging ich nach Hause. Das war also mein letzter Schultag gewesen. Am Nachmittag blieb mir nur noch übrig, meine wenigen Sachen zusammen zu packen und dann am nächsten Morgen Abschied zu nehmen von meiner Gastfamilie. Es wurde ein tränenreicher Abschied, auch wenn ich sonst nicht gerade die Art von Person bin, die viel Zeit mit Gefühlsduselei verbringt. Ich hatte nur knapp zwei Monate bei der Familie gelebt, was es ein bisschen leichter machte, zu gehen, aber trotzdem waren mir besonders meine Mutter und mein Bruder sehr ans Herz gewachsen.

Aber es half nichts und irgendwann klingelte die Mitarbeiterin von YFU dann doch an unserer Haustür, um mich abzuholen. Es erwartete mich noch ein zweitägiges Abschlussseminar mit allen Austauschschülern zusammen, das ich allerdings als ziemlich inhaltslos und nicht besonders hilfreich empfand. Aber auch das ging vorbei und irgendwann stand ich dann mit dem Koffer in der Hand am Flughafen. Und irgendwann, nach Stunden des Wartens, saß ich dann im Flugzeug. Nachdem ich am Gate für einen 'Routinecheck' meinen Koffer aufmachen musste, dafür dass der Flughafenmittarbeiter, der ihn durchsuchte, sich nicht einmal richtig Mühe gab, sondern sich eher darauf konzentrierte, mich über mein Liebesleben auszufragen. Letztendlich durfte mein Koffer dann aber mit, genauso wie ich auch. Im Flugzeug wurden wir nocheinmal von recht kräftigen Turbulenzen durchgeschüttelt, was mich sofort wieder in Erdbebensituationen zurückversetzte.
Am nächsten Morgen musste ich mich dann in Amsterdam auch noch von meiner besten Freundin des letzten Jahres verabschieden. Denn ihr Flieger ging nach Schweden, meiner nach Deutschland.

Nach Nürnberg, um genauer zu sein, wo ich schon von gutem Wetter meiner Familie erwartet wurde.
In den ersten Tagen wirkte Deutschland irgendwie eigenartig auf mich - so viele Bäume, so glatte Straßen, so große Häuser und Autos! Außerdem so leise, glatt und sauber und irgendwie ein bisschen zu groß für mich. Aber dieser Effekt ließ schnell nach und es war einfach nur noch schön, wieder zu Hause zu sein, nach so langer Zeit.

In den nächsten Wochen unternahm ich viel mit Freunden, wovon mir - wider meiner Erwartungen - doch noch die meisten geblieben sind. Ein paar Freundschaften haben sich zwar etwas entfernt oder vielleicht sogar ganz erledigt, aber ich vermute, bei denen sollte es einfach generell nicht mehr sein.
Außerdem fing ich an, nach dem ich knapp eine Woche zu Hause gewesen war, für einen Monat zu arbeiten, einen 38 h Büroferienjob, womit ich mir schonmal die Flugtickets für eine Rückkehr nach Ecuador verdiente. Nach diesen vier Wochen begannen die Sommerferien, die ich zur einen Hälfte komplett mit Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des alljährlichen Zeltlagers verbrachte. Und danach ging es gleich los in den Sommerurlaub. Und jetzt geht schon bald die Schule wieder los.
Ich hatte also jede Menge zu tun, hab mich eher wenig mit dem Auslandsjahr beschäftigt, sondern mehr mit dem hier und jetzt. Und das ist, glaube ich, eine recht gute Strategie, um nicht in dieses deprimierte Loch des Vermissens und des Zurückwollens zu fallen, was viele Austauschschüler tun. Denn wenn man keine Zeit hat nachzudenken, hat man auch keine Zeit zu vermissen. Jedenfalls bis jetzt, zwei Monate danach, hat das gut für mich funktioniert. Und ich hoffe, dass das auch weiterhin so für mich funktionieren wird, wenn die Schule wieder anfängt. Denn im Endeffekt ist es jetzt alles vorbei. Mein großer Traum, mein Ziel. Gelebt und geliebt, und jetzt nur noch eine Erinnerung (naja, recht viele :D) und Fotos (auch recht viele). Und irgendwie ist das Jahr, die Erfahrungen ein kleiner Teil von mir geworden. Wie ich immer wieder merke, wenn ich mir auf die Zunge beißen muss, um nicht die Geschichte aus Ecuador zu erzählen, wenn ich mich mit meinen Freunden unterhalte, die längst nur noch gelangweilt die Augen verdrehen, bei dem Namen dieses Landes, das einen Platz in meinem Herzen hat.

Dienstag, 21. Juni 2016

Resumeé meiner Zeit in Quito

Durch das Erdbeben hat es mich für die letzten zwei Monate meines Austauschs nach Quito verschlagen, in die Haupstadt des Landes, mitten in den Anden. Jetzt wird es in zwei Tagen schon Zeit für mich zu gehen. Hier ein kurzes Resumeé meiner Zeit in Quito.

Die Aussicht auf Quito von dem größten Park der Stadt aus.

Am Anfang wollte ich um nichts in der Welt von Manta weg, meiner zweiten Heimat, in der ich mir innerhalb der acht Monate, die ich dort gelebt habe, so ziemlich alles, kurzgefasst ein Leben, aufgebaut hatte. Ich hatte all die Menschen kennengelernt und mit vielen einfach ein Vertrauen aufgebaut und konnte mit einem Lachen zu Freunden sagen: 'Erinnerst du dich, an diese Sache, die vor ein paar Monaten passiert ist?' Außerdem kannte ich mich endlich in der Stadt aus, hatte Orte, die Erinnerungen bergen.
Aber es half alles nichts und so musste ich vom Summer paradise ins kalte Quito. Und alles noch einmal von vorne aufbauen. Am Anfang war ich nur unglaublich ermüdet, als hätte mir jemand ein fast fertiges Kartenhaus kurz vor dem letzten Stockwerk zusammengeschmissen, doch nach ein paar Wochen stellte sich heraus, dass es besser als gedacht war.
Ein unglaublich großer Unterschied allerdings! Erstens, weil die Bergregion eine ziemlich andere Kultur als die Küste hat. Die Leute sind viel weniger aufgedreht, ein bisschen schüchterner und taktvoller, die Frauen benutzen weniger Schminke, andere Kleidung. Ein bisschen europäischer. Die Häuser sind anderes wegen der Kälte. Die Stadt ist anders. Es regnet tatsächlich mehrmals die Woche, ohne das alles überschwemmt wird.
Außerdem, und das ist wahrscheinlich der größte Kontrast, lebe ich in anderen sozialen Kreisen. Während meine Familie in Manta ziemlich arm war, gehört meine Familie hier wohl eher zur Oberschicht. In Manta war das monatliche Internet unbezahlbar, hier kennt meine Gastfamilie durch ihre zahlreichen Reisen mehr von Europa als ich. Und macht Familienausflüge am Wochenende, alle zusammen, im eigenen Auto. Etwas, das irgendwie zu etwas unglaublichen für mich geworden ist. Demnach bin ich auch mit meinen beiden Geschwistern auf einer teuren Privatschule (500 Dollar im Monat), die zwar immer noch nicht eine von den teuersten ist, aber trotzdem ziemlich gut. Und hier lerne ich tatsächlich oft auch mal etwas neues!! Außerdem fühle ich mich hier um einiges wohler als in meiner Schule in Manta. Während ich dort eigentlich von 7 bis 1 Uhr nur darauf gewartet habe, dass ich endlich nach Hause darf, ist in Quito oft der Tag eigentlich ganz spaßig, denn ich habe tatsächlich Freunde gefunden, mit denen ich gerne Zeit verbringe. Die Freunde, die ich in meiner Klasse in Manta hatte, hatte ich, weil man halt nunmal Freunde braucht.
Und an der Schule hängt auch der große Unterschied zwischen meinen Lebensstilen. Während ich in Manta so wenig wie möglich mit der Schule zu tun hatte, und dann meine Freizeit mit Freunden von außerhalb der Schule oder meiner Schwester genieß, und ein ziemlich verrücktes Leben hatte, ist mein Leben hier ruhiger, dreht sich mehr um die Schule und meine Gastfamilie, da meine beiden Geschwister auch in meiner Schule sind und, wie alle meine Mitschüler, viel zu tun haben. Ich muss hier auch wenigstens die Hausaufgaben und Referate machen. Wozu ich inzwischen allerdings auch im Stande bin, da mein Spanisch jetzt gut genug ist. Außerdem ist meine Mutter ist, unterstützt von meinem Vater, eine wichtige Figur des Elternbeirates, und dadurch ist die Schule eine Gemeinsamkeit der ganzen Familie. Dazu kommt, dass die Schulgemeinschaft in meiner Schule in Quito eine viel größere ist! Die meisten aus den vier Klassen meiner Jahrgangsstufe kennen sich, und auch aus der Klasse über mir hat man viele Bekannte. Und so werden eigentlich jedes Wochenende Partys veranstaltet, bei denen der ganze Jahrgang eingeladen ist!

Die Aussicht von meinem Klassenzimmer in Quito aus. Im Hintergrund sieht man einen der Vulkane, die die Stadt umgeben!

Manta oder Quito - welche Stadt magst du lieber? - Das werde ich oft gefragt. Meine Antwort: Ich weiß es nicht. Beide Städte haben ihre schönen Seiten: Strand und Berge, Hitze und Herbstwetter, ein verrücktes, actionreiches Leben - und ein ruhigeres, gemütlicheres Leben. Zwei unterschiedliche Kulturen. Zwei unterschiedliche Leben. Zusammengefasst hatte ich also zwei Austausche in einem. Und das weiß ich (inzwischen) zu schätzen.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Galapagos

Zwei Wochen nach meiner Ankunft in Quito ging sie los - die letzte und meisterwartete, die ultimative YFU Reise. Das Ziel: die Galapagosinseln. Und diese Auszeit hatte ich auch dringend nötig, nach allem was passiert war!

Am Freitagmorgen standen wir also am Flughafen, und wurden ersteinmal gründlich kontrolliert. Denn da das Ökosystem von Galapagos so einzigartig ist, kann es jedes Sandkorn zerstören. So jedenfalls die Einfuhrregeln. Sogar auf Zelte und Campingschuhe wurden wir kontrolliert (Caming ist dort nämlich verboten). Da stellt sich natürlich die Frage: Was sind Campingschuhe?

Schon im Flugzeug bekamen wir eine wunderschöne Aussicht auf glasklares, türkisnes Wasser und Landmassen, die früher einmal flüssig und lavaförmig waren. 

Dort angekommen fühlte ich mich gleich wie zu Hause, in Manta, als mir auf dem Rollfeld die warme, feuchte Luft entgegen schlug. Am Flughafen machten wir dann unseren Reiseleiter ausfindig. Die Zeit in Galapags würden wir auf einer Yacht verbringen. Da aber das Boot nur eine Kapazität von 16 Personen hatte, und die Gruppe aber aus 18 Personen bestand, wurden zwei Personen hinausgekickt, auf ein anderes Schiff. Und diese zwei Personen waren meine beste Freundin in diesem Land und ich. Wir beschwerten uns aber nicht, denn das andere Schiff war ein Stückchen luxuriöser, und das für den selben Preis. Außerdem gab es eine Zero-Stress-Atmosphäre, da die restlichen Passagiere in der Hauptzahl verückte alte Amerikaner und alternative Studenten waren. Außerdem hatten wir einen professionellen Fotographen mit an Bord, der Bilder für eine neue Broschüre des Reiseveranstalters machte - und uns schnell als Models missbrauchen zu wusste (wir waren die einzigen beiden Jungen Personen auf dem Schiff). Ein bisschen eigenartig, aber das gute daran: wir hatten einen professionellen Fotographen der uns auf Schritt und Tritt verfolgte und Urlaubstfotos von uns machte - und das um sonst! 

Das Programm bestand aus Schnorcheln in der einen Hälfte des Tages und an Land gehen im andren Teil des Tages. Zum schnorcheln sprangen wir manchmal direkt vom Boot, manchmal fuhren wir mit Schlauchbooten an den Strand. Und so sah ich viele bunte, einmetergroße Fische, stieß fast mit einem Pinguin zusammen, sah einen Mantarochen unter mir vorbeischweben, schwamm fast in eine Schildkröte hinein, entkam einen Babyhai - und dannach seiner Mama, zwei Meter von mir entfernt im Wasser. Außerdem kam mir an einem aus Fluch der Karibik entsprungenen  Strand ein Seelöwe so nahe, dass ich ihn hätte streicheln können. Und später umarmte er meine beste Freundin. Generell sind diese Seelöwen richtige poser! 
Versteht ihr jetzt was ich meine, wenn ich sage, dass Seelöwen poser sind?

An Land begegneten uns zahlreiche Leguane - und jetzt weiß ich was mit den Drachen, die früher existierten, passiert ist! Sie wurden geschrumpft und auf die Galapagosinseln verbannt!
Viele von ihnen lagen leider tot herum. Denn wegen dem Wetterphänomen 'El niño', was andere Meeresströmungen mit sich bringt, finden sie nicht genug zu essen.


Die geschrumpften Drachen haben das posen auch ganz gut drauf!
Außerdem gab es viele Vögelchen - aber für mich haben die alle gleich Flügel, Federn und nen Schnabel. Dazu kommt dass es viele von denen, die angeblich so typisch Galapagos sind, auch in Manta gibt!
Ein Vögerl!


Später liefen wir auf einen Vulkan hinauf, der in seinem Krater einen unrealistisch blauen See hatte, und eine Bucht angrenzte, in der ich mich nicht gewundet hätte, ein Piratenschiff zu sehen.


Finde das Piratenschiff!

In eben dieser Bucht sprang ich für einen Shot des Fotografen vom Dach unserer Yacht, fast einem Pelikan, den ich in all dem Adrenalin nicht gesehen hatte, auf den Kopf. Doch er rettete sich in letzter Sekunde gerade noch so. Als ich aus dem Wasser gestiegen kam, wurde mir eröffnet, dass dort ein Hai gewesen war - dieses Mal wohl eher von der Sorte Papahai. Whups. No risk no fun?

Außerdem chillten wir in fantastischen Sonnenuntergängen - auch sehr unrealistisch. Ich glaube eigentlich gar nicht, dass ich diese Fotos selbst gemacht habe. Sowas gibts eigentlich nur im Fernsehen!




Am vorletzen Tag an Bord kamen wir mit den Steuermännern ins Gespräch - und schließlich ließen sie mich das Boot für eine gute halbe Stunden lenken. Meine Aufgabe eigentlich ganz einfach: Die Mitte zwischen dem Felsen und dem Schiff ansteuern. Sah aber leichter aus als es war - und so fuhr das Schiff eine halbe Stunde lang Schlangenlinien (Der Kapitän machte gerade Mittagsschlaf).


Am letzten Tag fuhren wir ein Stück übers Land der Hauptinsel auf eine Landschildkrötenfarm - wo die Landschildkröten rumkröteten.


Das war die letzte Station, bevor es wieder zurück ins kalte Quito ging...

Am Ende dieses Blogeintrags möchte ich noch meine Oma und meinen Opa grüßen, und mich bei ihnen herzlichst bedanken, denn ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen! VIELEN DANK!

Und jetzt noch ein paar von den Bildern, bei denen ich mir selber nicht glaube, dass ich sie gemacht habe:

Sobald der Fotograf es mal auf die Reihe kriegt, mir die Bilder zu schicken, kommt auch noch das Video vom Pelikan und wie ich fast mit einem Pinguin zusammenstoße!

Naja gut, dieses hab tatsächlich nicht ich gemacht. Aber da bin ich drauf! Und es ist ein 1A Tumblr-Bild!








Sonntag, 1. Mai 2016

Mein Leben erbebt und macht eine Kehrtwende

Seit dem Erdbeben sind es jetzt zwei Wochen und seitdem ist soviel passiert und hat sich so viel verändert, und jetzt habe ich endlich die Zeit gefunden, euch einmal upzudaten!

Nach dem Erdbeben sind wir aus dem zerstörten Haus ausgezogen, in ein anderes Haus, was meiner Gastfamilie gehörte und leerstand, dem zum Glück nichts passiert ist. Dort lebten wir dann eine Woche ohne Strom und fließendes Wasser, da beide Leitungen beim Erbeben beschädigt wurden, und wir im am meisten betroffenen Teil der Stadt lebten. Also blieb uns nichts anderes übrig als und im Kerzenschein mit Eimern mit Wasser aus einer Zisterne zu duschen... Während dieser Zeit lud ich mich immer wieder bei meinem besten Freund ein, der in einem anderen Stadtteil lebt und Wasser, Strom und Internet hatte. Da das Haus aber ziemlich alt, dreckig und ungemütlich war, und das deprimierte uns und mein Bruder besorgt um die Gesundheit seiner Kinder war (es fing an zu strinken in dem Stadtviertel) machten wir uns im Pickup einer Verwandten tagelang auf die Suche nach einem anderen Haus, dass meine Familie mieten wollte, bis das andere Haus wieder aufgebaut ist. Mit großer Mühe fanden wir schließlich eine viel zu teures, in das wir dann mit viel Hilfe von Freunden meiner Gasteltern umzogen.

Bei fast jedem Freund, jedem Bekannten, mit dem man sich unterhält die Fragen: Und, wo hat es dich erwischt? Was hast du gerade gemacht in dem Moment? Und deine Familie? Und dein Haus? Ist jemand gestorben, den du kannstest? Und dann immer wieder mein Blick auf den Boden und meine Antwort: Ja, eine andere Austauschschülerin, die ich kannte. Zusammen mit der ganzen Gastfamilie, die ich ebenfalls kannte.

Eine Woche nach dem Erbeben verkündete mir mein Area Rep, dass in drei Tagen mein Flug nach Quito gehen würde. Widerspruch zwecklos. Die Tickets waren schon gekauft. Alle Austauschschüler aus Manta und Portoviejo, den Städten im am stärksten betroffenen Gebiet, musssten weg. Mit der Begründung dass es dort jetzt zu gefährlich werden würde. (Die stärksten Schäden gab es in meiner Heimatprovinz, Manabi, wo das Epizentrum lag. Die Bergregion wurde fast komplett verschont.) Ich wollte auf keinen Fall weg, denn in Manta war einfach alles, meine Familie, meine Freunde, mein Zuhause. Auch wenn jetzt durch diese Kriese gebeugt, war Manta immer noch wunderschön und ich sah die Gefahr nicht. Ich versuchte das Mögliche, doch mir blieb nichts anderes übrig als mit Tränen in den Augen zu gehen, und all diese liebgewonnenen Menschen zurück zu lassen. Es fühlte sich irgendwie feige an, einfach so zu gehen. Ungerecht. Auch wenn es nicht meine Entscheidung war. Ein Anruf, eine E-Mail, ein Flug und ich wachte in einer heilen Welt auf. Aber meine Familie, meine Freunde? Die befanden sich immer noch in der angeblichen Gefahr, in einer kaputten Stadt, in einem für immer veränderten Leben. Nur ich hatte das Privileg so zu leben, als wäre nichts passiert, nur wegen wer ich bin. Wer meine Eltern sind und wo sie herkommen. Einfach ungerecht.

Am Dienstag kam ich dann also in Quito, der weit von Manta entfernten Hauptstadt Ecuadors an, zusammen mit den anderen ATS aus Manta und Portoviejo. Dort empfingen uns die YFU Chefinnen des Büros in Quito, gingen mit uns frühstücken und versuchten mit uns, den vier Austauschschülerinnen, die das Erdbeben erlebt hatten, über das Geschehene zu reden. Doch keine von uns hatte mehr etwas zu sagen. Dann wurde ich von meiner neuen Gastmutter abgeholt. Eigentlich sollte ich in dieser Familie nur eine Nacht bleiben, bis meine eigentliche Familie von einer Reise zurück kam, doch wir verstanden uns so gut, dass sie mir am nächsten Morgen anboten, für die restlichen zwei Monate zu bleiben. Was ich liebend gerne annahm, denn jetzt habe ich zwei Geschwister in meinem Alter, während ich in der anderen Familie zwei kleine Kinder als Geschwister gehabt hätte.

Meine Geschwister, eine Schwester und ein Bruder, besuchen die selbe Schule wie ich, eine ziemlich teure Privatschule, die mich nach einem Bewerbungsgespräch aber für 20 Prozent des Preises angenommen hat. Der Erdbebenopferaustauschschülerbonus. Am Freitag war mein erster Schultag und ich muss sagen, dass ich verstehe, warum die Eltern 500 Dollar monatlich bezahlen. Die Hälfte der Fächer wird auf Englisch unterrichtet und die Englischlehrer können auch tatsächlich Englisch. Der Unterricht ist auf einem ganz anderem Niveau. Immer noch kein deutsches, aber es nähert sich diesem an. Außerdem ein recht schönes Gebäude und es wird viel getan, damit die Schüler sich wohl fühlen. Zum Beispiel sind Handys erlaubt und im Pausenhof gibt es Wlan. Genauso ist Nagellack und Makeup erlaubt und man darf eine extra Jacke oder einen Schal zur Schuluniform anziehen (in Quito ist es wegen der Höhe verdammt kalt, aber die haben weder Heizungen noch isolierte Fenster. Seufz.) So kann man sich ein bisschen seine Comfort zone aufrecht erhalten.

Am Freitag abend, direkt nach meinem ersten Schultag, war eine Schulgala, die Wahl des Königs und der Königin der Schule. In einem in einem Hotel für tausende Dollar gemieteten Saal, mit Laufsteg, DJ, Fotografen und allem drum und dran. Ein krasser Kontrast zu dem sozialen Umfeld in Manta, in dem einfach keiner Geld für nichts hatte. Meine Familie nicht mal für Internet. Und jetzt bin ich auf einer teuren, qualitativ hochwertigen Schule, lebe in einer Gated Community, bei einer Familie die sogar Geld für Reisen nach Europa hat, ein Auto besitzt, und in der Wohnung habe ich ein eigenes Zimmer, mit eigenem Bad und ein Bett nur für mich alleine. In der Wohnung gibt es Parkettboden, Marmoroberflächen in der Küche und einen Flachbildfernseher mit Netflix. Ein Lebensstandart wie in Deutschland. Das hat mich am Anfang erst mal geschockt. Genauso wie die die Unterschiede zwischen Manta und Quito. Für die gibts aber irgendwann nochmal einen eigenen Blogeintrag.

Wie auch immer bin ich jetzt weg von der vermeintlichen Gefahr, in Sicherheit. Trotzdem bleibt die Nervosität. Denn die Nachbeben gehen weiter. Zwar nur leicht, aber die Angst ist da. Man weiß ja nie, ob es nicht doch noch ein stärkeres geben wird. In Quito spürt man die Nachbeben fast bis gar nicht, trotzdem setzt mein Herz jedes Mal einen Schlag aus, wenn jemand an den Tisch oder meinen Stuhl stößt. Mein Alptraum sind durchschwingende Böden, die erzittern, wenn jemand vorbei läuft. Wenn ich in einen Raum komme, suche ich immer als erstes nach den Stellen, an denen es am wahrscheinlichsten ist, zu überleben, falls das Haus einstürzt. Und nach von der Decke hängenden Lampen oder ähnlichem, an denen man sehen kann, ob das gerade wirklich ein Erdbeben oder nur die eigene Einbildung war. Manchmal machen mir all die Hochhäuser Quitos, und die Vorstellung, was passieren würde, wenn sie einstürzen würden, das Atmen schwer und bringen meine Handflächen zum Schwitzen. Genauso wie die Tatsache, dass mein Klassenzimmer sich ganz oben im vierten Stock befindet. Wenig Chance durch Rausrennen zu überleben.

Zum Schluss noch ein Satz, der mir beim Wäschewaschen in Manta in den Sinn gekommen ist, und den ich loswerden musste:
Die Flecken aus den Socken, die ich anhatte, als ich nach dem Erdbeben aus dem Haus über Trümmer rannte, lassen sich nicht auswaschen. Genauso wenig wie die Angst, die Trauer und die Erinnerungen an das Erlebte in den Herzen der Menschen. Doch mit der Zeit, mit jedem Waschgang, werden sie verblassen.

Freitag, 22. April 2016

Erdbeben

Vor ein paar Tagen gab es ein schweres Erdbeben in Ecuador, von dem meine Stadt mit am schlimmsten betroffen ist. Mir geht es zun Glück gut, genauso meiner Familie. 

Hier lest ihr einen Text, den ich in den ersten Tagen nach dem Erdbeben auf einem Plastikstuhl sitzend im Kerzenschein geschrieben habe. Ich erzähle davon, wie ich das Erdbeben erlebt habe und was danach passiert ist.

Samstag, 9. April 2016

Wie ich doch noch zu meinem Meerschweinchen kam...

In Ecuador isst man Meerschweinchen - das ist das was jeder Reiseführer sagt. Allerdings nur in der Bergregion - nicht in der Küste wo ich lebe. Dort haben die meisten Leute das selbst noch nie gegessen. Als ich das rausgefunden habe, hab ich mich erst mal betrogen gefühlt! Ich würde es alsoc nicht probieren können... Aber dann! Redete ich mit der  Gastfamilie einer anderen Austauschschülerin in meiner Stadt über das Thema. Und es stellte sich heraus, dass sie aus der Sierra kommen und sich Meerschweinchen als Haustiere halten - und hin und wieder schlachten. Also luden sie mich für das nächste Mal zum Essen ein - und so kam ich letzte Woche doch noch zu meinem Meerschweinchen!

Vom Ofen...


...auf den Teller

Es heißt ja immer alles schmeckt wie Hühnchen - ich fand aber das Meerschwein schmeckte eher wie Ente! Aber irgendwie rentiert sich das nicht so wirklich, da ist fast nichts dran an so einem Meerschwein - da hat man als Haustier mehr Freude dran!